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Facebook und andere Social Networks
Nachdem ich in meiner derzeit besuchten Datenschutzrechts-Vorlesung wenig Gutes über Social Networks a-la StudiVZ, Facebook & Co. gehört habe, habe ich mich entschlossen, zumindest bei Facebook mein Profil zu löschen. Denn sind schon bei StudiVZ etc meine Daten unter Umständen nicht sicher, sollte bei einem Anbieter wie Facebook, bei denen sämtliche Daten eher dem US-amerikanischem Recht als dem deutschen Recht unterfallen und dort die datenschutzrechtlichen Hürden bekanntermaßen nicht ganz so hoch angesiedelt sind wie hier, peinlichst darauf geachtet werden, welche Daten dort zur Verfügung gestellt werden.
Nun zum Löschvorgang, der sich schwieriger als erwartet gestaltet hat. Denn anders als bei anderen SocialNetworks ist die Account-Löschung nicht so einfach zu finden, wie man vielleicht denken mag. Es gibt zwar unter der Rubrik “Konto” die Möglichkeit, sein Konto zu deaktivieren, was aber nicht heißt, dass das Konto (und alle persönlichen Daten) dann auch gelöscht wird.
Aus eigenem Fundus habe ich es bei Facebook nicht geschafft, den weg zur Abmeldung zu finden. Aber google ist dein Freund und so habe ich in einem Blog einen Link zum Account-Löschen finden können, den ich euch hier ebenfalls präsentieren möchte.
Wichtig ist, dass ihr, bevor ihr den Link anklickt, bereits angemeldet seid.
Hier der Link: http://www.facebook.com/help/contact.php?show_form=delete_account
Eine Dreistigkeit in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Daten bei Facebook nicht sofort gelöscht werden sondern erst nach 14 Tagen und auch nur dann, wenn ich mich nicht zwischendrin erneut dort einlogge.
Wer sich noch näher mit den Gefahren Sozialer Netzwerke auseinandersetzen möchte und Tipps zur Handhabung der Angebote erhalten möchte, dem kann ich nur wärmstens empfehlen, sich die Studie “Privatspährenschutz in Soziale-Netzwerke-Plattformen” des Fraunhofer Instituts für Sichere Informationstechnolgie anzusehen. Insbesondere die Tipps für einzelne SocialNetworks sind hochinteressant.
Kleiner Nachtrag
Ich habe noch einen weiteren interessanten Beitrag zum Thema Datenschutz und Löschung des Accounts bei Facebook im Netz gefunden.

| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von brain am 6. Juli 2009 um 19:04 veröffentlicht und unter Allgemein abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |


vor 2 Jahren
Hmm, mal zwei Sachen dazu. Ob nun deine Daten bei facebook oder studi liegen macht keinen oder nur kaum einen Unterschied. Transparenz wird heute gaaanz klein geschrieben. Das heißt, du hast so oder so keine Ahnung was mit deinen Daten passiert. Und die Amis kriegen die so oder so freiwillig von den Deutschen. Hier mal ein Link dazu! http://www.seplog.org/politik/bundestag-beschliesst-weitergabe-personenbezogener-daten/ Wie schon dort in dem Artikel gesagt frage ich mich übriges, wie die an einige Daten ran kommen.
Zum zweiten ist die Mentalität so oder so in die Richtung “Sicherheit” gegangen. Wenn man sich mal London anschaut oder alleine die Infrastrukturen zur Zensur in europäischen Ländern. Alles ausgelöst durch den 11.09.2001 und dem “Kampf gegen den Terror”. Und wo “Sicherheit” groß geschrieben wird, hat Freiheit nichts mehr zu sagen. Auch wenn sich das vlt ein bisschen übertrieben anhört. Es ist so. Dabei geht es nicht darum das sich Leute verstecken möchten, weil sie Dreck am stecken haben. Sondern darum, dass sich Leute verstecken wollen, weil sie nicht bevormundet werden möchten! Die Mentalität der Deutschen war spätestes dort zerstört, wo die Menschen das Wort Zensursulas blind angenommen haben, welche Sagte “Wer nicht dafür ist, der ist dagegen.” Leider Gottes ist es so!
An deine Daten kommt man so oder so noch ran. Wenn du meinst, das Facebook nun endgültig deine Daten gelöscht hat, dann musst du viel Vertrauen haben.
Noch eine kleine Sache. Ich habe mich vor ca 1,5 Jahren bei eBay abgemeldet. Dort wurden meine Daten och 160Tage gespeichert. Das kuriose dabei, nach gut einem Jahr habe ich mich aus Jucks und Dallerei dort mal wieder angemeldet. Ich habe noch meinen Benutzernamen und mein PW auch meine eMail Addy ist noch gespeichert. Nur verkaufen oder kaufen kann ich nix. Das find ich doch mal toll!
Alle sind zu Datenmessis geworden!!! Sogar der Staat wenn man sich das einfach mal anschauen möchte!
vor 2 Jahren
ich denke, es wird schon einen unterschied machen, ob ich bei studivz oder bei facebook bin
ganz schlicht und ergreifend allein deshalb, weil studivz in deutschland sitzt und sich an den deutschen datenschutzregelungen zu orientieren hat (BDSG, TMG, TKG). Ich sage nicht, dass dort meine Daten “sicherer” sind als woanders. Aber die Wahrscheinlichkeit von Datenmissbrauch ist dort jedenfalls höher anzusehen, wo GAR KEINE oder wesentlich geringere Anforderungen an den Datenschutz gestellt werden.
Die Sache bei ebay ist auch eine Dreistigkeit. Zumal du lt einschlägiger Gesetze ein RECHT auf jederzeitige LÖSCHUNG deiner Daten hast!! Ich würde da ja nochmal nachhaken. Ob Facebook die Daten nun tatsächlich löscht oder nicht, sei mal dahin gestellt. Ich hatte da eh kaum was. Ich findes es einfach nur eine Frechheit, wenn solche Social Networks dem “normalen” User vermitteln, man könne regulär sein Konto nur “deaktivieren” und eine Acc-Löschung soweit verstecken, dass auch erfahrenere Nutzer diese nicht finden können…
In den anderen Punkten muss ich dir leider zustimmen. Deutschland rutscht im Namen der sog. Sicherheit in beängstigende datenschutzrechtliche Abgründe…
vor 2 Jahren
Wie schon gesagt, hoffe ich mal das du dir den Artikel und die Quellen mal anschaust, was ich dort gepostet habe. Das die Daten hier besser aufgehoben sind mag ja auch stimmen. Jedoch sind solche Skandale, wie sie bei der Telekom zum Beispiel passiert sind, nur Peanuts für solche großen Betriebe. Denn die Strafen dafür bewegen sich im 100k € Bereich. Was in dem Bezug lächerlich ist. Verfolge die Quellen von mir und du wirst sehen, dass die Deutschen sogar Daten wie Rasse, ethnische Herkunft, Sexualleben und Gewerkschaftsmitgliedschaften an die Ammis weiter geben. Dies alles in “besonderen Härtefällen”. Jedoch sind diese Härtefälle nirgends definiert. Alles für unsere Sicherheit. Gerade Heute hat der CCC zum Thema Vorratsdatenspeicherung ein Dokument veröffentlicht. http://www.golem.de/0907/68182-rss.html und http://www.golem.de/0907/68175-rss.html und auch noch von heise http://www.heise.de/newsticker/CCC-Vorratsdatenspeicherung-bringt-unkontrollierbare-Ueberwachung–/meldung/141623/from/atom10 Sehr lesenswert! Besonders ein Zitat davon gefiel mir. “Die persönliche Freiheit dürfe nicht einem kollektiven Sicherheitswahn geopfert werden. Solch eine kollektive Sicherheit werde es nicht geben, egal wie sehr die Gesetze ausgeweitet würden.”
Natürlich haben wir ein Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Jedoch ist dort das Prob, das dies Recht nirgends verankert ist meines Wissens. Zudem möchte ich mal, dass jmd für mich raus findet, wo überall von mir Daten liegen. Wenn ich diese dann alle löschen lassen hab, will ich nochmal iwo einen Kredit bekommen. Leider Gottes spielen Informationen in der heutigen Zeit eine enorm große Rolle… Ob diese Informationen Stimmen oder nicht, ist dabei nebensächlich.
Alleine in UK haben sich seit ’99 ca 40 Menschen, auf Grund von falschen Informationen Das Leben genommen. Mehrere hunderte haben ihren Job, ihre Familie und Freunde verloren (Quelle).Nur wegen dem Kampf gegen KiPo und Terrorismus. Und das ist mir die Sicherheit allemal Wert? Ganz bestimmt nicht!
vor 2 Jahren
Aso, noch ein kleiner Nachtrag. Ich habe ja vor gut einigen Monaten auch angefangen mich in von einigen Portalen/Foren und Anbietern zu verabschieden. Dazu mal nen kleines Fazit. Es waren gut 30 Anbieter. In min. 20 Fällen musste ich den Admin anschreiben, das dieser mich bitte löscht. Jedem tat es leid, das ich ging und überall sind tränen geflossen… GANZ GROßE!!! Ich habe den Admins auch jedes mal gesagt, das ich es erbärmlich finde, das es nicht mal einen Button gibt, womit ich mich einfach abmelden kann. Ganz einfach und in meinem Profil drin. Als einer der wenigen hatte dies nb-town.
Wenn ich mich nun nochmal in einem Forum anmelde, geht dies über so genannte TashMails und einige Nicknames.
Kleiner Tipp: http://www.mytrashmail.com/
vor 2 Jahren
also mal ein bisschen ordnung reinbringen
die quellen habe ich mir, bis auf die sache mit der weitergabe personenbezogener daten an die usa, bislang nicht angesehen, werde das aber noch nachholen.
es gibt das recht auf informationelle selbstbestimmung. und zwar ist es als teil des allgemeinen persönlichkeitsrechts aus art. II abs. 1 iVm. art. I abs. 1 GG im jahre 1983 vom bundesverfassungsgericht im sog. volkszählungsurteil entwickelt worden und ausdrücklich als grundrecht anerkannt. Lesenswerte Entscheidung!
Selbst wenn es das allgemeine persönlichkeitsrecht aus dem grundgesetz nicht gäbe, könne man ein solches aus § 823 BGB herleiten.
und hier mal ein einschub, der den wenigsten menschen bewusst ist:
1. ja, es gibt grundrechte!
2. aber: grundrechte gelten UNMITTELBAR nur im Verhältnis Staat < -> Bürger und grundsätzlich erst einmal NICHT gegenüber/zwischen Privaten.
Grundrechte entfalten nur mittelbare Drittwirkung gegenüber Privaten, sog. Ausstrahlungswirkung der Grundrechte in das Zivilrecht – so muss z. b. der Richter im Rechtsstreit das Grundgesetz beachten und verschafft somit den Grundrechten in seinem Urteil Geltung.
3. Darüber hinaus sind Grundrechte nicht schrankenlos gewährleistet. Im Falle des Informationellen Selbsbestimmungsrechts sind Einschränkungen im Allgemeininteresse möglich. Aus Art. 19 I und Art. 19 II GG folgt aber, dass Einschränkungen nur aufgrund eines Gesetzes möglich sind. Dieses muss dem Gebot der Normklarheit und der Verhältnismäßigkeit entsprechen.
Ein solches Gesetz im Allgemeininteresse wird das Gesetz über die Weitergabe der Daten an die USA darstellen. In deinem Blog hast du auch als Referenz den golem-artikel bzgl. der Verfassungsbeschwerde gegen das o. g. Gesetz angegeben.
Bleibt abzuwarten, ob, sofern die VB überhaupt zulässig ist, das BVerfG im Sinne des Informationellen Selbstbestimmungsrechts entscheiden wird oder nicht. Dies wird sich dann sicher im Rahmen der Verhältnismäßigkeitsprüfung und der abwägung informationelle selbsbestimmung < --> “schutz vor dem terror” ergeben.
vor 2 Jahren
Toll das du Rechthaber bist!

Is nu nich böse gemeint. Aber nur so lernt man voneinander.
Was ich jedoch aus meiner Schulzeit mal über das Recht auf informationelle Selbstbestimmung gelernt habe ist, dass ich das Recht über Kontrolle meiner Daten habe. Wahrscheinlich natürlich in Bezug auf Das Grundgesetz. Jeodch gehört zu der Selbstbestimmung ebenfals das Recht auf Auskunft und Löschung. Ich mag nun nicht Wiki als Quelle angeben. Dort kann jeder gucken und wie vertrauenswürdig dies als Quelle ist, wirst du wahrscheinlich wissen. Um genau zu sein, kann ich dafür keinerlei Quellen geben. Da ich dies im zuge meiner schulischen Ausbildung so gelernt habe. Unser Lehrer hat es damals Abgenickt.
So. Da aber jeder Bundesbürger doch ein GG haben sollte, hab ich es mir gleich mal gschnappt und mal Art 1, 2 und 19 angeschaut. Jedoch steht dort nichts über die Löschung bzw Einsicht in die eigenen Daten. Das man dieses Recht jedoch hat, weiß ich!
Und danke nochmal für die kleine Lehrstunde, die ich bestimmt schon zum zweitem mal von dir bekam! ^^